Animal Team Fachtagung 2019 - Wissen Kompakt

Dozent

Datum
09. März - 10. März 2019
Zeitplan
09:00 - 17:15
Veranstaltungsort
Technologiezentrum, Lohbachstr. 12, 58239 Schwerte
Kosten
Mit Hund: nicht möglich
Ohne Hund: 222.22
mit Dr. Ute Blaschke-Berthold, Prof. Dr. Joachim Geyer, Gerrit Stephan, Dr. Andreas Zohmann

Animal – Team Fachtagung 2019                   Wissen Kompakt vom 09.03. - 10.03. 2019

 

2 Tage – 8 Themen

 

Für Hundetrainer/innen, Tierberufler und interessierte Hundehalter

 

S A M S T A G - 09. 03. 2019

 

9.30 – 11.15 Uhr

Referentin: Dr. Ute Blaschke-Berthold ( Biologin) CUMCANE - Hundeschule                                                    

Thema:  Impulskontrolle und Frustrationstoleranz - Auswirkungen auf Alltag und Training

 

Impulskontrolle, auch Selbstkontrolle genannt, ist nichts anderes als die Hemmung emotionaler Reaktionen. Impulskontrolle und Frustration sind eng miteinander verbunden, und entgegen  weit verbreiteter Meinung, Hoffnung oder auch Anforderung werden  Impulskontrolle und Frustrationstoleranz alleine durch Lernen nicht  verbessert.

Wie immer spielen Umwelt, Genetik und gute Lerngelegenheiten gemeinsam die Hauptrolle. Aber nicht nur Möglichkeiten, sondern auch Grenzen und negative Auswirkungen der Impulskontrolle auf Leistungsfähigkeit und emotionales Wohlbefinden müssen berücksichtigt werden. Ein Ausweg aus dem Dilemma zwischen Ansprüchen des Menschen und Belastung des Hundes verbindet Bedürfnisbefriedigung mit der Bildung von Gewohnheiten.

 

 

11.15 – 11.30 Uhr Pause

 

11.30 – 13.15 Uhr

 

Referent: Prof. Dr. Joachim Geyer, Professor für Veterinärpharmakologie und –toxikologie am Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen

Thema: „Zu Risiken und Nebenwirkungen…   Teil 1

 MDR1-Defekt und andere pharmakogenetische Besonderheiten beim Hund“

 

Die Pharmakogenetik untersucht, inwieweit Variationen in unserem Erbgut für die individuell unterschiedliche Wirksamkeit und Verträglichkeit von Arzneistoffen verantwortlich sind. Während die Forschung zur Pharmakogenetikin der Humanmedizin bereits große Fortschritte erzielt hat, steckt die Pharmakogenetik in der Tiermedizin noch in den Kinderschuhen.

Als ein besonders prominentes Beispiel für die Bedeutung der Pharmakogenetik in der Tiermedizin gilt der sog. MDR1-Gendefekt beim Hund. Bei MDR1 handelt es sich um ein Transportmolekül für Arzneistoffe, welches im Körper weit verbreitet ist und hier an der Verteilungund Ausscheidung von vielen Arzneistoffen beteiligt ist. So verhindert MDR1 im Gehirn den Übertritt von Arzneistoffen in das sensible Nervengewebe. Im Darm fungiert MDR1 als Absorptionsbarriere und in Leber und Niere ist MDR1 an der aktiven Ausscheidung von Arzneistoffen beteiligt. Bei Hunden mit dem eben erwähnten MDR1-Gendefekt kommt es zu einem Totalausfall, was zu einer Überschwemmung des Organismus mit Arzneistoffenund zu einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen führenkann. Hunde mit MDR1-Gendefekt sind daher von einer multiplen Arzneistoffüberempfindlichkeit betroffen.Diese äußert sich z.B. bei der Gabe von 0,2 mg/kg Ivermectin(einem Antiparasitenmittel) in einer lebensbedrohlichen Vergiftung mit zahlreichen neurologischen Symptomen.

Der MDR1-Gendefekt kommt bei mehr als 10 Hunderassen mit unterschiedlicher Häufigkeit vor. Am häufigsten betroffen sind Collie, LonghairedWhippet, ShetlandSheepdog, AustralianShepherd, Silken Windhound, McNab, Weißer Schäferhund, Bobtail und English Shepherd. Darüber hinaus sind Mischlingshunde von dem MDR1-Gendefekt betroffen, selbst wenn sie keinerlei Ähnlichkeit zu einer der genannten Rassen erkennen lassen.

Bei Hunden prädisponierter Rassen sowie vor Beginn einer Therapie mit einem der kritischen MDR1-Arzneistoffe ist ein Gentest auf MDR1-Defekt angeraten. Dieser hilft sensible Hunde frühzeitig zu identifizieren und gravierende Vergiftungen zu verhindern. Allerdings gibt es nicht immer eine sichere Alternativtherapie, so dass die Arzneitherapie von Hunden mit MDR1-Defekt einer besonderen Sorgfalt und Erfahrung bedarf.

Bei dieser Fachtagung soll interessierten Hundetrainern, Hundehaltern, Züchtern und Therapeuten der Hintergrund zum Vorkommen und zur Bedeutung des MDR1-Gendefekts nahegebracht werden. Dabei werden auch Themen wie Relevanz für die Zucht, täglicher Umgang mit MDR1-defekten Hunden sowie Besonderheiten in der Arzneitherapie beleuchtet.

 

 

13.15 – 14.30 Uhr Mittagspause

 

14.30 – 16.15 Uhr

Referent: Prof. Dr. Joachim Geyer, Professor für Veterinärpharmakologie und –toxikologie am Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen

Thema: „Zu Risiken und Nebenwirkungen…   Teil 2

MDR1-Defekt und andere pharmakogenetische Besonderheiten beim Hund“

 

16.15 – 16.30 Uhr Pause

 

16.30 – 18.15 Uhr

Referentin: Dr. Ute Blaschke-Berthold ( Biologin) CUMCANE -Hundeschule

Thema: „ Spielen, Beschäftigung und Ruhen - woran erkennt man zu viel oder zu wenig des Guten? Welche Auswirkungen hat eine „Schieflage“ zwischen den schönen Dingen des Lebens?“

 

Spiel Spaß, Spannung - das Leben ist zu kurz, um es zu verschlafen. Wenn aber zu viel Spiel, Spaß und Spannung zu Schlafmangel führen, verschiebt sich die Bewertung positiver Ereignisse hin zur Negativität. Dabei hilft die Suche nach einem Rezept, nach einem festen Muster nur wenig, weil verschiedene Umweltfaktoren Bedürfnisse beeinflussen. Dabei ist es so einfach, wenn möglichst viele Bedürfnisse des Hundes zusammen und in Abwechslung berücksichtigt werden.

 Wie viel Schlaf benötigt ein Hund wirklich? Die einseitige Berücksichtigung des Schlafbedürfnisses bringt den Hund ebenso aus seiner körperlichen und emotionalen Balance wie zu viel Aktivität oder Aktivität in unpassenden Situationen. Welche Kriterien sollten wir bei der Zusammenstellung eines ausgewogenen Beschäftigungsprogrammes beachten, damit weder Überforderung noch Unterforderung auftreten?

 

 

S O N N T A G - 10.03.2019

 

9.00 – 10.45 Uhr

Referentin: Dr. Ute Blaschke-Berthold ( Biologin) CUMCANE -Hundeschule

Thema: „ Die Bedeutung von Kontrolle für das Wohlbefinden des Hundes“

 

Der Begriff der Kontrolle wird in Verbindung mit Hunden eher negativ verstanden. Menschen sollten den Hund im Sinne von Rangordnung und durch Zugang zu Ressourcen kontrollieren, damit er sich wohl und sicher fühlen kann. Auch geht die Furcht um, dass der Hund seine Bezugspersonen kontrolliert. Kontrolle ist für uns Menschen ein schwieriges Thema. Es wird einfacher, wenn wir Kontrolle aus dem Blickwinkel der Lernbiologie betrachten: Verhalten hat die Funktion, Kontrolle über die Konsequenzen zu erlangen.

Hunde brauchen die Möglichkeit zur Kontrolle der Auswirkungen ihres eigenen Verhaltens. Bei Menschen würde man sagen, dass Selbstwirksamkeit ein wichtiger Baustein für ein erfülltes Leben ist. Können und dürfen wir Hunden Selbstwirksamkeit zugestehen? Wie praktiziert man dies? Führt es nicht zu Hunden, die nicht mehr folgen und immer weniger motiviert sind, mit dem Menschen zu arbeiten?

 

                                                 

10:45 – 11.00 Uhr Pause

 

11.00 – 12.45 Uhr 

Referent: Dr. med. vet. Andreas Zohmann
Leitender Tierarzt, Fachtierarzt (A) Akupunktur & Neuraltherapie
Zusatzbezeichnung (D) Physikalische Medizin/Physiotherapie & Akupunkt
ur

Thema: „Der bewegte Hund aus medizinischer Sicht“

 

In den letzten Jahren treten bei Hunden vermehrt Probleme mit dem Bewegungsapparat auf, die sich häufig  in einem veränderten Gangbild zeigen.

Bewegungsabläufe in Schritt, Trab und Galopp auf Basis der Bewegungsanatomie werden erklärt und in ihrer Bedeutung von  kranken und gesunden Hunden interpretiert. 

Veranschaulicht durch  Videos  und  der hervorragenden  Wissensvermittlung mit Dr. Andreas Zohmann, bildet dieser  Rahmen  die Grundlage zu einigen typischen Gangbildern, die im Zusammenhang mit Erkrankungen des Bewegungsapparates stehen und zum Verständnis des zweiten Teiles beitragen.

 

12.45 – 13.45 Uhr Mittagspause

 

13.45 – 15.15 Uhr

Referent: Dr. med. vet. Andreas Zohmann
Leitender Tierarzt, Fachtierarzt (A) Akupunktur & Neuraltherapie
Zusatzbezeichnung (D) Physikalische Medizin/Physiotherapie & Akupunkt
ur

Thema: „Bewegung – Schmerz - Aggression“

 

Bewegung ist Leben – Bewegung kann aber auch Schmerz bereiten und nicht selten werden dann Psyche und Verhalten mit beeinflusst. Damit aus einem Patienten mit Schmerz kein Schmerzpatient wird, ist es wichtig, Frühzeichen zu erkennen.

Gerade Erkrankungen des Bewegungsapparates zählen immer mehr zu den häufigsten  Problemen  beim Hund. Allzu oft wird leider noch übersehen, dass unerkannter Schmerz zu Verhaltensänderungen und nicht selten zu Aggression beim Hund führen kann.

Von den Basics des Schmerzgeschehens, der Schmerzvermittlung und der Schmerzempfindung bis zur Schmerzerkennung, die in Zusammenhang mit Erkrankungen des Bewegungsapparates stehen, werden wertvolle Hinweisen bzw. Erklärungen zu diversen schmerztherapeutischen Maßnahmen erklärt.

 

 

15.15 – 15.30 Uhr Pause

 

15.30 – 17.15 Uhr

Referent: Gerrit Stephan (Biologe)  Fave Canem - Hundeschule

Thema: „Normalverhalten in der Trennungssituation“

Das Verhalten von Familienhunden in ihrem Lebensraum ist insgesamt nur sehr lückenhaft erforscht. Für die Trennungssituation „allein Zuhause“ gilt dies in besonderem Maße. Hier fehlen nicht nur wissenschaftlich abgesicherte Beobachtungen, sondern auch die vielen anekdotischen Berichte von Hundehaltern und Erfahrungswerte von Trainern und anderen gewerblich mit Hunden Beschäftigten, auf die wir in anderen Bereichen zurückgreifen können.

 Die Publikationen, die es zum Verhalten von Hunden in der Trennungssituation gibt, beziehen sich mit wenigen Ausnahmen auf Hunde mit diagnostizierten Trennungsproblemen.
Seit 2005 wird an der Akademie für Tiernaturheilkunde an einer Langzeitstudie zum Verhalten von Hunden in der Trennungssituation gearbeitet. Hunde, die routinemäßig bestimmte Zeiten alleine Zuhause verbringen, werden systematisch videografiert. Das so entstandene Videomaterial wird von Studentinnen und Studenten im Rahmen eines ethologischen Praktikums kodiert und so für eine wissenschaftliche Auswertung aufbereitet.

Im Rahmen des Vortrages werden Methodik und bisherige Ergebnisse des Studienprojektes vorgestellt.

Schwerpunkte sind der Vergleich von Mehr- und Einzelhundehaushalten und mögliche Indikatoren für sich abzeichnende Probleme mit der Situation.

 

Termine

09. März - 10. März 2019
Mit Hund: nicht möglich
Ohne Hund: 222.22

Frühbucherpreis bis 31.07.2018 = 222,22 Euro / Ab 01. 08.2018 == 245 Euro

Das Mitbringen von Hunden ist bei dieser Veranstaltung leider nicht möglich!!!

MoDiMiDoFrSaSo
09:30 - 18:1509:00 - 17:15
Noch sind Plätze Frei

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